Kater, Schule, Zelten.
Ach du liebe Güte!
Schon fast wieder eine Woche her, seitdem ich geschrieben habe. Zwischendurch ist viel, viel passiert. Ich gehe am Besten systematisch vor.
Dienstag: Cappuccino kommt an. Ohja, das ist er. Doch als ich ihn samt Käfig, indem er in ein Kopfkissenbezug gewickelt gewesen ist, auf mein Bett abgestellt hatte und den Käfig geöffnet habe, den Bezug langsam hoch geschoben habe, ist ihm klar geworden, hier stimmt etwas nicht. Sofort ist er nach unten gerast, ich hatte noch keine Zeit die Tür zu schließen, und ist - Gott sei Dank - nur ins Bad geflüchtet. Nachdem meine Mutter ihn wieder nach oben bugsiert hatte, hat er sich unter dem Schreibtisch versteckt, am nächsten Tag hinter dem Bett. Als ich ihn dort entdeckt hatte, und er wieder unter den Schreibtisch gekrabbelt ist, bin ich mit meiner Mum, während ich das Fenster aufgelassen habe, einkaufen gefahren. Und auch am nächsten Tag ist es aufgeblieben. Schön und gut, aber was hat das mit der Geschichte zu tun? Nämlich damit, dass der Kater seitdem verschwunden gewesen ist. Wir haben alles abgeklammert und haben uns entschlossen zu glauben, dass er durchs Fenster, auf unser Dach gesprungen sein und schließlich den schönen Weg runter in die Freiheit des Feldes gelaufen ist. Ja, das ist wirklich möglich, meine Katze hat das gleich nach der Geburt ihrer Kätzchen gemacht. Starke Katze!
Nunja, auf jeden Fall ist er als vermisst geblieben, als ich am Donnerstag zu unserem letzten Studientag aufgebrochen bin(dazu gleich mehr). Doch als ich gegen 1 Uhr am Freitag zurück gekommen bin, habe ich , neben der sauer gewordenen Milch, eine leere Futter- und Wasserschüssel vorgefunden. Er ist also noch immer hier. Glücklicherweise hat er auch das Katzenklo für sich entdeckt - 1. Tag gleich mit einer schönen Urinspur beendet - und ich bin eigentlich ganz fröhlich gewesen. Nunja, so fröhlich, wie man mit einem Kater sein kann, der total ängstlich ist und mir eher als Ding in Erinnerung bleibt. In Statusnachrichten prangere ich ihn gerne als "Kackwurst" ab. Aber eins hat er: Er ist gerissen. Wo versteckt er sich? Dann habe ich heute noch einmal alle Beweise in meinem inneren Auge abgespielt: 1. Er kann nicht auf meiner Seite des Raumes sein, ich hätte ihn gesehen, als er, nachdem er meine Stimme gehört hatte, sofort wieder in seinem Versteck verschwunden ist; 2. immer wenn ich die Treppe hinunter gelaufen bin, ist mir ein widerlichen Geruch in die Nase gekommen. Und dann ist mir mit 3. der Einfall gekommen: Damit meine Bücherregale voll aussehen, schiebe ich die Bücher nach vorne. An meinem Bücherregal rechts neben dem Schreibtisch, das gerade am Beginn meiner Treppe liegt, ist eine kleine Lücke im unteren Bereich. Also schleiche ich mich dort hin und schiebe das erste Buch links der Lücke nach hinten: Lässt sich reibungslos nach hinten schieben. Dann zweite Buch: Bingo! Ich stoße auf etwas. Also räume ich die weiteren Bücher aus dem Regal und siehe da: Dort schauen mich die gelben Augen an. Man könnte diesen Blick als pure Panik bezeichnen. Doch immerhin weint er , nicht wie zu Beginn, mehr. Trotz das ich ihn innerlich verprügelt habe - er geht mit sehr auf den Senkel - bin ich ruhig geblieben und habe mit ihm geredet und dann wieder alle Bücher zurück gelegt, das Futter und das Katzenklo zu ihm in die Ecke gestellt. Jedoch ist er nach ein paar Minuten wieder heraus gesprungen und zu den gegenüberliegendenen Blauensäcken gesprungen. Jetzt versteckt er sich hinter meiner Schreibtischstuhllehne und denkt, nur da ich sein Gesicht nicht sehen kann, wäre er unsichtbar. Eben ein richtiges Baby.
Dienstag: "Imperium" fertig gelesen und das Ende ist etwas fad. Die Spannung und meine Bewunderung für seine Reden ist nicht mehr so wiedergekommen, wie zum Ende hin des 1. Teils der Fall gewesen ist. Trotzdem möchte ich euch das Buch gerne weiterempfehlen, es ist auf jeden Fall lesenswert. "Titan" werde ich mir auch bestellen und euch davon berichten.
Mittwoch: Kleiner Ausraster in Latein. In Latein hat Herr S. - stellvertretender Direktor - die Lateinleistungsfachanwärter in meinen Italienisch-/Religionsraum gebeten. Dort haben wir - wie schon vorher bekannt - von ihm persönlich erzählt bekommen, dass der LK nicht zustande kommt. Diese Unterredung ist recht sinnlos gewesen, da wir, wie schon erwähnt, uns die Tatsachen schon zurechtgelegt haben. Aber ein positiver Effekt hat sich doch daraus gebildet: Nachdem wir Herr S. unsere LKs aufgelistet haben, ist er mit Johannes und mir - auf Grund der Frage nach dem Themen in Geschichte - und Sebastian in sein Büro gelaufen und wir haben eine Liste der Themen bekommen. Wieso ich gerade Geschichte gewählt habe? Nunja, ich liebe Geschichte, aber Französische Revolution und Hitler? Das habe ich entweder schon von Beginn an abgelehnt oder es ist mir zu den Ohren hinausgewachsen. Aber hey, damals bin ich noch ein anderer Mensch gewesen und schließlich kommt es im GK auch vor, oder nicht? Also Kopf hoch. Aber weiter zum Kontext. Als wir dann in Latein zurückgekommen sind, haben alle Lk-Anwärter nur noch wie ein Schluck Wasser in der Kurve im Unterricht gessen - mit Ausnahme von Johannes. Aber Frau O. hat das nicht durchgehen lassen und hat Lukas andauernd aufgerufen. Der ist sichtlich fertig und angeschlagen gewesen, aber, wie wir alle, nicht auf Grund des nicht zustande kommenden LKs. Mich hat sie einmal versucht miteinzubeziehen, aber ich habe ihr sofort klar gemacht, dass er heute nicht mein Tag ist und sie es erst gar nicht versuchen soll. Ich habe ihre Frage, ob meine Stimmung so im Keller auf Grund der "neuen" Information so im Keller sei, verneint und sie hat mich nicht weiter gestört. Ich denke aber, jetzt hat sie in völlig anderes Bild von mir. Nicht mehr die lernstrebige Laura, die sie fördern muss, nein, sondern die bockige Laura. Wir werden sehen.
Donnerstag/Freitag: Zelten mit der besten Klasse der Welt. Das ist ein Abend gewesen, der mir sehr, sehr lange im Gedächtnis bleiben wird. Es hat mir wieder einmal bewiesen, wie gut unsere Klassengemeinschaft ist und unser Tutor einfach nur sympathisch bleiben wird. Fangen wir von vorne an. Nachdem ich Chrissy, Lukas und Svenja abgeholt habe, sind wir zu Rewe um restlichen Alkoholvorrat zu kaufen: 3 Flaschen Asti und einen billigen Jägermeister. Danach sind wir zu Wiebke gefahren, die schon vor ihrem Haus auf dem Campingstuhl gechillt hat. Nachdem das Auto nun so überfüllt gewesen ist, sind wir endlich beim Mainflinger Badesee angekommen, auf dem uns schon die vielen Kameraden begrüßt haben. Wir haben gleich am Anfang unseren Zeltplatz bekommen, so dass wir, wie es Jan ausgedrückt hat, einer "Big Brother" Show geglichen haben, da wir noch vom Zaun umrahmt worden sind. Als alle Zelte aufgebaut worden sind, haben wir uns erst einmal in einen Kreis um den Grill gesetzt, es ist angestoßen worden und auf einmal haben wir das Verlangen nach einem Spiel gehabt: Stille Post. Super lustig mit dieser Klasse. Ich habe Hendrik immer die Nachricht überbringen müssen und als ich ihm dann sagen musste, er sei besoffen, habe ich mich nicht mehr einbekommen. Nach 3-4 Lachanfällen habe ich mich aber endlich gefasst und habe ihm die Nachricht mitteilen können. Sein Blick - ohne Worte!
Nachdem dann auch Herr K. und Herr L. - ein Herz und eine Seele - eingetroffen sind, haben wir noch eine halbe Stunde lang geredet, bis wir alle in den Kreis zurückkehren sollten - ich habe mit Lukas, Janina und Ayla auf Aylas Feldbett gesessen - haben Raffa und Wiebke uns ein Gedicht über jeden Einzelnen, mit sowohl positiven als auch negativen Tatsachen, beglückt. Sehr amüsant das Ganze, bis wir schließlich zu Herr E. gekommen sind, da hat das Gedicht aufgehört und ein wunderschöner Text hat den Toast beendet. Abgeschlossen wurde diese herrliche Geste mit unseren 2 Geschenken: Ein weißen T-Shirt mit "Weiß ist das neue Schwarz" betitelt und hinten mit einer "Wall of Fame", dieses er, zu unseren Glück, gleich angezogen hat. Er sieht so normal aus, wenn er etwas anderes als schwarz trägt! Aber nachdem wir ihm dann ein schwarzes T-Shirt mit "Was???... Lesen?! Überreicht haben, hat er sich dieses - typischerweise- über das Weiße übergezogen. Aber das Bild bleibt im Gedächtnis! Wir haben ihm dann noch eine Karte mit Unterschrift gegeben, in der innen "Guuuut" geschrieben steht. Er hat sich ja so gefreut, einfach nur herrlich! Nach diesem Spektakel haben unser platonisches Ehepaar den Zeltplatz verlassen.
Dann ist eine sehr ruhige und chillige Phase abgelaufen: Wir haben gegrillt, jeder hat sich voll gestopft (vor allem ich mit meinen Auberginen und sehr viel Reissalat mit Currysoße) und wir haben ausgiebig geredet. Einmal bin ich mit Lukas, Debi und Janina in Sebastians und Hendriks Zelt gegangen, um "Arschloch" zu spielen. Doch als ich das einzige Mädchen zwischen 4 Jungs, Kai ist nachgefolgt, gewesen bin und ich Sebastians widerliche Sprüche nicht mehr ertragen habe, bin ich hinaus zu meinen Mädels. Franzi hatte den 2. Versuch mit den Marshmallows gestartet und diesmal hat er sogar funktioniert ,da der Grill weggeschafft worden ist und nur noch der Eisenteller mit dem Feuer vor uns gelegen hat. Oh man, knusprige, mit weichen Kern versehende Marshmallows sind einfach nicht zu toppen. Als und allen von den vielen Marshmallows schlecht gewesen sind, haben sich schon die Ersten schlafen gelegt. Nach vielen Gesprächen und Klatsch & Tratsch ist ein weiterer Teil der Klasse schlafen gegangen. Und dann haben sich die ersten betrunkenen, nein, richtig dichten Menschen gezeigt. D. und Steffen haben die ganze Zeit eine Sektbong in der Hand gehalten und sie leer getrunken. Anschließend haben sie noch den Wodka darein geschüttet und sind dann verschwunden. Als sie wieder gekommen sind, haben sie so betrunken gelacht und wir haben natürlich alle den Grund dafür ehrfahren wollen. Sie haben sich mit 15 Türken angelegt, die jetzt Stress wollen. Sofort hat sich die Jungs Bande vereint, um diese Türken aufzumischen. Aus den 15 Türken sind dann 30 geworden und zum Schluss haben 5 m gefehlt bis sie sich an die Gurgel gesprungen wären. So ist es uns zumindest bei ihrer Rückkehr erzählt worden. Mhm, bestimmt. In der nächsten Erzählung sind es dann 45 Türken, hahaah.
Aber kommen wir einmal zum Highlight der ganzen Nacht: Gegen 2 Uhr sind nur ein Rest aus 15 Leuten bestehend wach gewesen. Während der eine Teil sich, darunter die Mädels, Jo und Ich, an der Glut des Feuers gewärmt haben, hat sich der andere Teil um Herr E. versammelt. Warum? Weil er wieder einer seiner leidenschaftlichen Philosophiediskussionen geführt hat? Nein, da der Herr schon dort 5 Liter Bier und einen Shot mit der Mädelsgruppe und mir Jägermeister intus gehabt hat. Schlussfolgerung: Der Herr ist schön angetrunken gewesen. Er hat mit Lukas R. eine leidenschaftliche, sinnlose Debatte über alles und jeden geführt, vor allem über Lehrer an unserer Schule, die ordentlich ihr Fett wegbekomme haben. Seine Lieblingssprüche sind "Fuck it... fuck it...fuck it!" (mit demonstrierenden Finger), "Scheiße....scheiße...scheiße." (als wäre etwas schlimmes passiert), "Psssssscht"(betrunkene Version) und "Ja, wollen wir nicht mal schlafen / pennen gehen?" gewesen. Herrlich! Und nachdem sein neuer bester Freund Lukas ihm dann noch ein Bierchen vorbeigebracht hat, hat es mit dem Spruch "Heeeeeyyyy, Babe" entgegengenommen. Hahahaha, ich habe einfach nicht mehr gekonnt. Er ist am Ende so betrunken gewesen, dass er Jan zu seinem Pressesprecher gemacht hat und ihn mit seiner Autorität befugt hat, außerdem hatt er sich über jede Aussage von Jan oder Lukas so dermaßen nach vorne geschmissen und gelacht, dass man es hätte aufnehmen müssen sollen. Ohja, herrlich! Gegen 4:30 Uhr, am einen Ende ist es schon hell geworden, am anderen Ende ist es noch stockfinster gewesen, hat er sein Bier auf den Boden fallen lassen und ist dann, nicht mehr in der Lage zu stehen, in sein Zelt gekrabbelt. Hahahah. Ohja, ein Bild für die Götter. Ein genauso gutes Bild ist Jan gewesen. Der hat nämlich, in seinem Suff, den verregneten Nudelsalat von Ayla genommen und ihn vollständig gegessen. Aus den Nudeln sit das Regenwasser geflossen und wir sind alle angewidert gewesen - außer Jan, dem hat es sehr gut geschmeckt. Und der bekommt die Lehrerautorität? Hahahah.
Aber nachdem unser 4 Stunden Programm sich schlafen gelegt hat, haben wir uns dann auch alle in unsere Zelte verkrümmelt. Irgendwann kommt Julian hineingestürmt, da er einen Schlafplatz gesucht hat, da Wiebke seinen in Anspruch genommen hat. Also ist er in das Zelt von Svenja und Franzi gekommen. Svenja und er haben sich , teilweise mit mir, über Kinderserien ("Die Bieberbrüder") und menschengroße Ameisen, die mit Hut und Schnurrbart einkaufen gehen, unterhalten. Herrlich! Aber irgendwann hat Svenja so gefroren, dass sie uns nach warmen Sachen angefleht hat. Die Gute hat nämlich eine Mandelentzündung, ohje. Danach hat sie noch aufs Klo gehen müssen und ich habe mich angeboten sie zu begleiten. Also machen wir uns auf den Weg und was erblicken meine Augen? Aus Herr E. Zelt ragen seine Unterschenkel und Füße und schwingen fröhlich hin und her. Herrlich, einfach nur herrlich! Das wird mir wahrscheinlich noch lange im Gedächtnis bleiben. Genau wie unsere Glut, die Jo zu gelegt hatte, dass sie wie rote, funkelnde Sterne ausgesehen hat. Wunderschön. (:
Auf jeden Fall ist gegen 8 Uhr auch der verloren gegangen Rest wiedergekommen: Als Erster Felix. Er hat sich mit Johannes im Way Up vergnügt und hat unser Spektakel mit unserem Tutor verpasst. Gentlemanlike hat er angeboten, die Brötchen zu kaufen und sogar noch ein paar Schokobrötchen, auf unsere Bitte. Sie sind so gut gewesen! Und nachdem der Rest langsam augewacht ist und sich auch am Frühstück gestärkt hatte (Brötchen mit Frischkäse u. Wurst oder Marmelade oder Schaumküssen), haben wir noch eine kurze Zeit so verweilt. Ich habe nur schlafen wollen, da ich ja gast gar nicht zur Ruhe gekommen bin. Aber nein, wir hatten schließlich ein Volleyballturnier zu bestreiten! Wir? Nunja, 8 Leute aus der Klasse und der Rest hat sich gesonnt oder hat, wie ich, Sandburgen gebaut. Aber nachdem unser freundlicher Platzwart, der mehrmals in der Nacht vorbei gekommen ist, um uns zur Ruhe zu fordern, sind wir schließlich zum Abbauen gelaufen. Der Platz hat wieder schön ordentlich ausgesehen, kaum fassbar, aber wahr, und wir sind nach Hause entlassen worden. Noch einmal schnell mit Mama eingekauft und dann du geschlummert, wie ein Baby. Herrlich!
Ihr habt bis hier hin gelesen? Respekt! ;) Morgen kommt vllt. etwas zur Politik!
Au revoir!